Orevo - Aktuelles

Beratung - gekaufte Zeit? (Tagung Universität Kassel)

Ist Beratung gekaufte Zeit der Entschleunigung und Reflexion? Unter diesen Titel hatte Prof. Dr. Karin Lackner die Tagung im Gießhaus der Universität Kassel gestellt, und etwa 90 Teilnehmende aus Deutschland und Österreich kamen. Darunter Prof. em. Dr. Peter Heintel aus Klagenfurt und Prof. em. Dr. Marianne Gronemeyer, die mit ihren Vorträgen aus unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema schauten. Durch die beiden Tage führte in bewährter Weise Martin Liebmann als Moderator.

Peter Heintel, Philosoph, war als Gründungsmitglied und Ehrenvorstand des Vereins zur Verzögerung der Zeit prädestiniert für einen Einführungsvortrag über gekaufte Zeit. Er skizzierte vier unterschiedliche Zeiten mit ihren jeweils eigenen Logiken.

Marianne Gronemeyer, Erziehungswissenschaftlerin, beeindruckte mit ihrem Vortrag über Beratung (und die Ethymologie des Wortes). Zwischen Dativ und Akkusativ - also geben und anklagen - muss sich Beratung/Raten die Frage nach der (diagnostischen) Macht stellen lassen: Beratung findet nicht in einem Machtvakuum statt, sondern verfolgt Interessen und Ziele.

 

Prozessbegleitung in Netzwerken als Instrument von Governance (Fachvortrag Universität Basel, CH)

Volker Walpuski wird im Rahmen der internationalen Tagung "Governance von Bildung – Soziale Konstruktion von Bildungswirklichkeiten in Schule, Berufsbildung, Hochschule und Erwachsenenbildung" einen Vortrag halten. Sein Thema ist die "Prozessbegleitung in Netzwerken als Instrument von Governance", und er setzt sich darin kritisch mit der intermediären Rolle eines Prozessbegleiters in interorganisationalen Netzwerken auseinander.

Mehr zur Tagung auf der Tagungswebsite.

Die Hauptvorträge

Weiterlesen:

„Foucault im Jobcenter“. Supervision in einem widersprüchlichen gesellschaftlichen Feld (Fachbeitrag)

Erwerbsarbeit ist nach wie vor der wichtigste Faktor gesellschaftlicher Teilhabe. Jobcenter erfüllen aus diesem Grund eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Aufgrund ihrer verwickelten und konfliktreichen Geschichte ist ihre gesellschaftliche Verortung schwierig. Jobcenter sind bisher, trotz ihrer Größe und gesellschaftlichen Relevanz für maßgebliche Bevölkerungsteile, kaum beratungswissenschaftlich untersucht worden. Unserer Ansicht scheint es notwendig zu sein, sich intensiver mit dem gesellschaftlichen Feld der Jobcenter zu beschäftigten: Zum einen, weil Beratung selbst eine herausgehobene Bedeutung im Jobcenter besitzt und zum anderen, weil die Jobcenter ein wichtiges Feld für die Supervision werden könnten. Dieser Artikel soll daher eine erste kasuistische Grundlage für eine kritische Reflexion bieten und wird in zwei Teilen erscheinen. Der erste Teil wird eine grundlagentheoretische Einführung in das Thema sein. Darauf aufbauend rekonstruieren wir in einem zweiten Teil einen Fall aus dem Jobcenter, der in der nächsten Ausgabe der FoRuM Supervision unter dem Titel ‚Fallverstehen und Fallrekonstruktion‘ analysiert und reflektiert werden wird.

Lesen Sie den gesamten Artikel von Volker Walpuski und Hans-Peter Griewatz kostenfrei (nach Registrierung) hier: „Foucault im Jobcenter“. Supervision in einem widersprüchlichen gesellschaftlichen Feld (Teil 1). In: FoRuM Supervision. Onlinezeitschrift für Beratungswissenschaft und Supervision 25 (50), S. 12–30.

Der zweite Teil wird im Frühjahr 2018 erscheinen.

Workshop im Rahmen der ANSE Summer University 2017 (Rotterdam, NL)

Volker Walpuski hat heute im Rahmen der ANSE-Sommer Universität „moving & being moved“ an der Hochschule Rotterdam eine Fallstudie über seine Arbeit als Supervisor (DGSv) mit kommunalen Leistungssachbearbeiter_innen und Sozialarbeiter_innen im Kontext des Asylbewerberleistungsgesetzes (AsylbLG) vorgestellt. Inhaltlich beschäftigte sich der Workshop vor allem mit Unterschieden und Fremdheiten zwischen Verwaltung, Sozialarbeit und Flüchtlingsthematik. In einer kleinen Strukturaufstellung wurde den Teilnehmenden aus ganz Europa (Niederlande, Schweiz, Ukraine, Estland, Deutschland) sehr schnell trotz Sprachbarrieren (Arbeitssprache war Englisch) die strukturelle Dimension und Konfliktlage deutlich. Ergebnis des Workshops war unter anderem, dass die Integration und der Dialog keine Eintagsfliegen sind, sondern viel Zeit brauchen. Supervision kann Räume und Strukturen schaffen, einen Dialog zu ermöglichen. Dafür verfügt sie über Methoden und Erfahrungen, auch in konflikthaften und unsicheren Zusammensetzungen mit viel Fremdheit und Unterschieden zielführende Gespräche zu ermöglichen.

Mehr zum Workshop hier (Englisch).

Die Hauptvorträge

Weiterlesen:

joomla template

© 2010-2018 Orevo | Wilhelm-Bluhm-Straße 44 (Hinterhaus) | D 30451 Hannover