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Workshop: Die Faust mit sanfter Geduld öffnen

Ev. Kreisjugenddienst Burgdorf veranstaltet Mediationstrainng

Stille in der großen Diele des Antikriegshauses Sievershausen. Jugendliche versuchen, sich gegenseitig die zur Faust geballte Hand zu öffnen: Nicht mit Gewalt, sondern sanft, geduldig und einfühlsam. Dies ist nur eine Übung aus dem Workshop ‚Konfliktlösung‘. „Sie macht deutlich, dass gegen Wut und Streit nur sanfte Geduld helfen“, sagt Kursleiter Volker Walpuski.

Neun Jugendliche sind am Sonnabend in Sievershausen zusammengekommen, um von dem Mediator (wörtlich: Vermittler) mehr darüber zu lernen, wie Streit entsteht und vor allem, wie sie dabei helfen können, ihn zu lösen. Die Teilnahme an diesem Workshop der Evangelischen Jugend gehört zu ihrer Ausbildung zu Jugendgruppenleitern in der Kirche. An deren Ende erwartet sie eine Jugendleiterinnencard (JuLeiCa).

„Mediation ist ein friedlicher Weg, einen Konflikt zu lösen. Im Gegensatz zum Richterspruch erarbeiten die Streitenden selbst eine Lösung und sind damit häufig viel zufriedener“, erläutert Walpuski. Neben praktischen Übungen vermittelt er den Jugendlichen auch Theorie. Zum Beispiel, dass es besser ist, statt eines vorwurfsvollen „Du“ Sätze mit „ich“ zu beginnen.

Michael Benkowitz, Kirchenkreisjugendwart in Burgdorf, hat den Workshop organisiert. Aus Erfahrung weiß er: „Wenn Menschen zusammen sind, kommt es schnell einmal zu Missverständnissen. Deshalb ist es gut, wenn Jugendliche selbst Verantwortung für eine friedliche Lösung übernehmen.“

Streitschlichterausbildung an der Schule

Erstmals Kooperation von Kirchenkreisjugenddienst und Hauptschule

Bereits seit mehreren Jahren werden „Streitschlichter“ an der Gerhart-Hauptmann-Hauptschule ausgebildet. Jetzt erhielten sechs Mädchen und zwei Jungen im Alter von 13 bis 15 Jahren ihre Zertifikate.

Springe. Erstmals wurde im vergangenen Schulhalbjahr eine Arbeitsgemeinschaft (AG) angeboten, die gemeinsam von Schulsozialarbeiterin Elke B. und Volker Walpuski, Diakon im Kreisjugenddienst Laatzen-Springe, geleitet wurde. Beide sind gleichzeitig auch Mediatoren. Ein Halbjahr lang trafen sich die Siebt- und Achtklässler für zwei Unterrichtsstunden pro Woche im Nachmittagsbereich der Ganztagsschule freiwillig. Im neuen Schuljahr komplettieren sie das Konfliktschlichterteam. Jeweils zu zweit sind sie dann Ansprechpartner für eine Klasse. Sie werden in Pausen zu Rate gezogen oder im akuten Konflikt, der in der Klasse zu sehr ablenkt, direkt hinzugerufen.

In der AG haben sie die „Spielregeln“ für ein erfolgreiches Streitschlichten gelernt. „Wir setzen uns an einen Tisch und begrüßen uns mit Namen. Jeder der Beteiligten erzählt, wie es zum Streit kam. Dann versuchen wir, Lösungsvorschläge zu machen. Wenn das nicht hilft, gibt es eine Pause und noch einen Versuch“, beschreibt Janina S. den Ablauf.

Die Konfliktschlichter achten darauf, dass die Regeln eingehalten werden. Die lauten unter anderem „den anderen ausreden lassen“, „nicht beleidigen“ und „von sich selbst und seinen Gefühlen sprechen“. Wichtig ist, dass das Besprochene nicht weitererzählt wird. In Rollenspielen wurde der Ernstfall geübt. Nach einer zaghaften „Auftauphase“ gelangen diese, auch wenn sich ein „richtiger“ Streit mit kräftigen Schimpfwörtern nicht einstellen wollte, erinnert sich Kreisjugendwart Walpuski.

Maike B. hat als Fünftklässlerin selbst erlebt, wie ein Streitschlichter wirken kann und wollte nun diese Aufgabe übernehmen. Wie die anderen auch, hat sie dieses Angebot aus einer Fülle anderer, vor allem sportlicher Aktivitäten ausgewählt.

Erstmals fand die AG als Kooperation von Evangelischer Jugend und Schule statt. Den Impuls gab die letzte Visitation im Kirchenkreis. Ob es eine Neuauflage oder andere Projekte gibt, sei noch offen, sagt Diakon Volker Walpuski. Die Zusammenarbeit zwischen Jugendarbeit und Schule liege aber im Interesse der kirchlichen Jugendarbeit, „die würde ich gern fortführen“. Dafür seien aber andere Räume nötig. Denn in Schulräumen hätte er schnell den Stempel „Lehrer“ erhalten. Dies habe er als hinderlich empfunden, weil er bewusst andere Akzente setzen möchte. Ein dickes Lob machte er den AG-Teilnehmern: „Das sind tolle Jugendliche hier an der Hauptschule.“

Copyright: Sabine Freitag für die Evangelische Zeitung

Moderation: Sommerfest des Ministerpräsidenten Christian Wulff

Christian Wulff im Gespräch mit Volker Walpuski.

Das Sommerfest des niedersäsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff im Gästehaus der niedersächsischen Landesregierung in Hannover wurde von der niedersächsischen Staatskanzlei und dem Landesjugendring Niedersachsen e.V. gemeinsam koordiniert und von dem einfallsreichen Moderationsteam Wencke Breyer und Volker Walpuski von der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Niedersachsen e.V. souverän moderiert.

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