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Prozessbegleitung in Netzwerken (Tagung Organisation und Netzwerk | Universität Hildesheim 2017)

Volker Walpuski wird im Rahmen der 10. Jahrestagung der Kommission Organisationspädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) und WERA International Research Network im Februar 2017 an der Universität Hildesheim einen Vortrag halten: „Prozessbegleitung in Netzwerken: Gedanken zu Rollen und Spannungsfeldern“. Darin werden auf der Grundlage teilnehmender Beobachtung die Prozessbegleitung in Netzwerken auf spezifische Phänomene untersucht und Spannungsfelder beschrieben.

Der Fokus liegt dabei auf interorganisationalen Netzwerken im

weiteren Sozial- und Bildungsbereich, die von Dritten (bspw. Stiftungen als bildungspolitischen Akteuren) initiiert bzw. finanziert werden. Im Rahmen dieses Engagements werden Netzwerken zum Teil externe, sogenannte „Prozessbegleitungen“ an die Seite gestellt. An diese Prozessbegleitungen werden auftraggeberseits Erwartungen zwischen Fach- und Prozessberatung gestellt, die häufig mit dem Erreichen (vorgegebener oder im Prozess entwickelter) Ziele verbunden sind. Damit wird diesen Prozessbegleitungen eine Steuerungsfunktion für das Netzwerk zugeschrieben, und diese Netzwerke insgesamt lassen sich als Teil neuer gesellschaftlicher Lenkungsversuche und Steuerungsformen (New Public Management) einordnen. Für die Prozessbegleitungen entstehen dadurch im Kontext von Netzwerken bisher wenig untersuchte Spannungsfelder im diffusen Drei- oder Vieleck zwischen Auftraggeber, Netzwerk und eigener Professionalität. Aus der Beratungsforschung (Supervision, Coaching, Mediation) lassen sich Teilaspekte übertragen und ergänzen.

Ziel ist, Aspekte für Rollenklärungen - sowohl persönlich für die Prozessbegleitung selbst als auch im Dreiecksverbund und auch in gesellschaftlicher Perspektive – herauszuarbeiten und verschiedenen Beratungsethiken zu vergleichen.

Zum Hintergrund der DGfE-Tagung in Hildesheim: Die Diskussion um „Netzwerke“ hat in den letzten 20 Jahren für die sozialwissenschaftlichen Disziplinen erheblich an Bedeutung gewonnen – und beschäftigt auch die erziehungswissenschaftliche und organisationspädagogische Diskussion. Netzwerke gelten als Signatur der Epoche, als Inbegriff des Innovierens und als Organisationsmuster. Ob im Kontext inner- und interorganisationaler Kooperation und „lernender Regionen“ oder hinsichtlich des Verhältnisses von Lebenswelt und Netzwerk, der Steuerung politiknaher Programme wie z.B. der „sozialen Stadt“ oder innovativer Multi-Stakehoder-Arrangements zwischen Schulen, Hochschulen und Region - Netzwerke scheinen zum Sammelbegriff politischer, wirtschaftlicher und sozialer Innovationsstrategien zu werden. In organisationspädagogischer Forschung und Praxis sind Netzwerke sowohl als Prozesse des Organisierens wie auch als sich daraus ergebende Sozialgebilde interessant. Beide Perspektiven fokussieren die Kommunikation und Koordination unterschiedlicher sozialer Einheiten (Individuen, Abteilungen, Teams, Gruppen, ganze Organisationen) als Beziehungen zwischen diesen AkteurInnen. Darüber hinaus hat sich innerhalb der Organisationspädagogik die Thematisierung und analytische Nutzung des Netzwerkbegriffs etabliert. Insbesondere damit verbundene relationale bzw. strukturanalytische Perspektiven der sozialen Netzwerkforschung stellen die Organisationspädagogik vor spannende (neue) Fragen, sowohl in der Theoriebildung und der empirischen Forschung als auch im Bereich der pädagogischen Praxis und Intervention in Organisationen. Mit der Jahrestagung zum Thema „Organisation und Netzwerke“ wird die Möglichkeit eröffnet, organisationspädagogische Forschungen und Konzepte zum Thema zu bündeln und zur Diskussion zu bringen.

Mehr zur DGfE-Tagungskonzeption hier, das aktuelle Programm hier.

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