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Wer unterstützt die Flüchtlings-Unterstützerkreise? Konzeptionelle Überlegungen (Spektrum der Mediation 62)

Der Fachbeitrag entwickelt aus Erfahrungen aus dem ländlichen Raum Niedersachsens konzeptionelle Überlegungen für die mediative Unterstützung von Flüchtlings-Unterstützerkreisen. Die Situation im ländlichen Raum unterscheidet sich in der Regel erheblich von der Situation in Großstädten: Im ländlichen Raum erfolgt die Unterbringung meist in dezentralen, kleinen und ehrenamtlich betreuten Einheiten, während Großstädte häufig Sammelunterkünfte in professioneller Trägerschaft betreiben. Die Konflikt- und Problemlagen in den einzelnen Unterkünften und um sie herum sind sehr unterschiedlich. Fast überall haben sich jedoch Unterstützer- und Helferkreise aus Ehrenamtlichen gebildet, die zwischen dauerhaft hohem und punktuellem Engagement viele unterschiedliche Leistungen einbringen. Die Problemstellungen sind an vielen Orten vergleichbar, und dies ist nur eine Auswahl der Themen:

  • Überforderungen und fehlende Abgrenzung
  • kulturelle Unterschiede, Stereotype und Vorurteile
  • Enttäuschungen, Ablehnung und Kränkungen
  • „emotionale Selbstausbeutung“, Helfersyndrom
  • Gewalterfahrungen und Traumata der Flüchtlinge
  • Abschiebung, Rückführung, Ablehnung des Asylgesuchs und damit verbundene, plötzliche Beziehungsabbrüche
  • ein hohes Maß an Unterschiedlichkeiten (Diversität)

Das sind klassische Themen für das prozesshafte Beratungsformat Supervision, das durch Reflexion versucht, Verstrickungen sichtbar zu machen und Handlungsfähigkeit trotz vielschichtiger Emotionen zu bewahren. Sie unterstützt so eine Professionalisierung des Hilfehandelns. Für Supervision ist in der momentanen Hektik des Unterbringungsalltags oft keine Zeit und erst recht kein Geld eingeplant. Zunächst werden hier Professionelle als Zielgruppe gesehen und bedacht. Gleichzeitig wird der Bedarf für Freiwillige immer deutlicher sichtbar. Das Nicht-Bearbeiten von Emotionen, Traumata und Unterschieden bietet einen fruchtbaren Nährboden für Frustrationen, intrapersonale und soziale Konflikte. Bei letzteren kann Mediation hilfreich sein und die Arbeitsfähigkeit der Engagierten sichern oder wiederherstellen.

Mehr dazu im von Volker J. Walpuski und Norbert Wolf im Sonderheft der auflagenstärksten deutschsprachigen Mediationszeitschriften parallel veröffentlichten Fachbeitrag. In der druckfrisch erschienenen Ausgabe 62: »Migration und Integration von Flüchtlingen« der Zeitschriften »Spektrum der Mediation« und »perspektive der Mediation« entwickeln sie auf drei Seiten ein konzeptionelles Herangehen.

Gern stellen wir Ihnen den Artikel zur Verfügung - nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Eine deutlich längere Fassung des Artikels mit zusätzlichen Literaturangaben finden Sie in Kürze im Downloadbereich.

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