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„Die Kraft der Reflexion“ (Tagung Reflexive Supervision Uni Bielefeld)

Die Theoriereihe „Reflexive Supervision“ der Universität Bielefeld war im November Gerhard Leuschner zum 80. Geburtstag gewidmet. Gerhard Leuschner war einer der zentralen Akteure für die Entwicklung der Supervision in Deutschland und prägt Supervisor_innen bis heute. Mehr als 100 anwesenden Supervisor_innen und Weggefährt_innen Leuschners nahmen „Die Kraft der Reflexion. Beziehungskunst und seelisches Verstehen“ interessiert auf.

 

Nach einer Begrüßung der gastgebenden Professorin Dr. Katharina Gröning (Universität Bielefeld) sprach Theresia Volk als Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Supervision und Coaching e.V. (DGSv) ein Grußwort. Sie betonte die Notwendigkeit, dass sich Supervision nicht vereinnahmen lassen dürfe, sondern einen dritten Standpunkt zwischen zwei Polen beziehen müsse.

Anschließend präsentierte Gerhard Leuschner selbst einen Supervisionsprozess als Fallgeschichte: Er verdeutlichte, warum es für die Supervision notwendig und gut ist, auskunftsfähig bezüglich der Interventionen zu sein: Warum interveniere ich wie (oder eben auch nicht)? Supervisor_in muss dabei überparteilich bleiben und für die Sache eintreten, nicht für Anliegen einzelner Personen. Dadurch ist und bleibt Supervision ein ständiger Aushandlungs- und Kontraktierungsprozess.

Professor Dr. Wolfgang Weigand würdigte in seiner Laudatio Gerhard Leuschner als konzeptionellen Denker und Gestalter von Supervision als kritische Aufklärung, aber auch persönlich als Freund und Menschen.

Professorin Dr. Ursula Tölle (Katholische Hochschule Münster) stellte „Die Person des Supervisors im Prozess der Veränderung“ in den Mittelpunkt ihres Vortrags. Sie untersuchte einen Text von Marianne Hege (Engagierter Dialog: ein Beitrag zur sozialen Einzelhilfe; 1974), einer Weggefährtin Leuschners, auf dessen Aktualität. Dabei stellte sie fest, dass der gegen die Funktionalisierung der Sozialen Arbeit gerichtete Text, heute ebenso aktuell ist wie vor 42 Jahren.

Abschließend zeigte Professorin Dr. Katharina Gröning (Universität Bielefeld) „Wie aus Gerhard Leuschners Lebenswerk eine beratungswissenschaftliche Fundierung der Supervision entsteht“. Sie entwarf Supervision als Beratungsformat und kritische Reflexion für eine politische Demokratie und sprach sich gegen Beratung im Sinne einer Gouvernementalität aus.

Volker Walpuski nahm viele Inspirationen von dieser großartigen Tagung für seine Arbeit als Supervisor mit. Die Tagungsreihe wird am 18.3.2017 fortgesetzt.

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