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Organisationsdynamik in Supervisionsprozessen (Fachtagung in Hannover)

Spannungen in Organisationen sind häufig Inhalte von Supervisions- und Beratungsprozessen. Deshalb nahmen Volker Walpuski und Jörg Lenke von orevo an der gemeinsamen Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Supervision (DGSv) und der Deutschen Gesellschaft für Gruppendynamik und Organisationsdynamik (DGGO) am Freitag in Hannover teil. Wichtige Bestätigung: Organisationsdynamiken sind komplex und lassen sich kaum mit wenigen Tools bearbeiten: „Wenn mein einziges Werkzeug ein Hammer ist, ist es verlockend, alle Probleme als Nägel zu behandeln.“, wurde eingangs ein bekanntes Sprichwort zitiert (zur umstrittenen Quelle hier eine ausführliche Recherche). Vielmehr braucht es den agilen, prozesshaften Ansatz mit viel Flexiblität und Wagemut.

Margarete Gerber-Velmerig führte in die Thematik ein mit einem Vortrag zu „Organisationsdynamik entsteht aus Spannungszuständen – Verstehen und Bearbeitung in der Supervision“ ein. Dabei wurde deutlich, dass in Organisationen systembedingt zahlreiche Spannungsverhältnisse bestehen. Diese gilt es ständig neu auszubalancieren, denn Organisationen sind nicht mehr statische Gebilde, sondern in ständiger Veränderung und Anpassung.

Michael Faßnacht vertiefte den Einstieg mit Gedanken zur „Blackbox-Arbeit – Zugänge zu Organisationen und der Dynamik ihrer inneren Prozesse“. Er verdeutlichte, dass in Organisationen (für Berater_innen) vieles unbekannt und fremd ist. Professionelles Nichtwissen, Neugier und Wagemut ins Unbekannte sind wichtige Kompetenzen für die Organisationsberatung, denn wäre das Gelände bekannt, bräuchte es keine Begleitung und Beratung auf dem Weg.

Am Nachmittag arbeiteten vier Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Themen. Volker Walpuski beschäftigte sich in der Arbeitsgruppe „Wirtschaftsunternehmen“ mit einer Fallstudie. In einem global agierenden Technologieunternehmen kam es in der Business Unit Forschung & Entwicklung über vier Hierarchieebenen zu einer komplexen Konfliktsituation, und ein ganzes Entwicklungsteam drohte mit der Kündigung. In der Bearbeitung wurde deutlich, dass Führung wie Team sich differenzieren und ihre Rollen ausfüllen müssen. Neben der fachlichen Expertise erweitern die beteiligten Ingenieure und Führungskräfte nun gemeinsam in Coachings ihre sozialen Kompetenzen und entwickeln Lösungsansätze für die internen Problemlagen. Jörg Lenke arbeitete an einer Fallstudie aus der stationären Jugendhilfe mit Grenzverletzungen und Missbrauch.

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