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Flüchtlinge: Supervision für Helfer_innen und Unterstützerkreise

Bereits seit Jahren gibt es Supervision für die Entscheider_innen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Asylprozessen. Die Wochenzeitung ZEIT berichtete 2014 darüber, und das Pilotprojekt in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Supervision (DGSv) wurde bereits wissenschaftlich ausgewertet. Auch professionelle Helfer_innen bekommen zum Teil über ihre Arbeitgeber Supervision angeboten. Gerade im ländlichen Raum wird die lokale Flüchtlingsarbeit aber überwiegend von Ehrenamtlichen und Freiwilligen mit hohem Engagement getragen. Für sie gibt es nur selten organisierte Angebote von Supervision.

Mirko Peisert, stellvertretender Superintendent im Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Burgdorf (Region Hannover), sieht die Dringlichkeit, „eine gute Begleitung der Ehrenamtlichen in den unterschiedlichen Projekten“ zu gewährleisten. Dabei kann er sich „gut vorstellen, dass es an verschiedenen Orten Supervisionsgruppen gibt. Darüber hinaus fördert die Landeskirche auch eine Einzelbegleitung. Es geht also darum, Kontakte zu vermitteln und ein Supervisionsnetzwerk aufzubauen.“ (1)

Volker Walpuski, Supervisor (DGSv) von orevo sagt: „Supervision ist kein moderierter Kaffeeklatsch sondern hilft in intensiven Gesprächen und mit anderen Methoden, Situationen und Rollen zu reflektieren. So bekommen Helfer_innen und Unterstützer_innen Klarheit und Handlungssicherheit in komplizierten Gefühls- und Gemengelagen oder Konfliktfällen.“

Themen aus der Supervision können unter anderen sein:

  • Bearbeitung von Konflikten oder traumatischen Erlebnissen innerhalb des Kreises
  • Der eigene Hilfswunsch: Was ist meine Motivation?
  • Probleme der interkulturellen Kommunikation und der Integration
  • Umgang mit Enttäuschungen, Aggressionen, Abschieden, Bewertungen, Unwahrheiten
  • Grenzen setzen: Wie achte ich auf und schütze meine Bedürfnisse?
  • Eigene Verstrickungen in Flucht, Traumatisierungen, Alltagsrassismus

Orevo wird in 2016 eine Supervisionsgruppe speziell für Engagierte in der Flüchtlingsarbeit in der Region Hannover anbieten. Mehr dazu in Kürze hier oder gern auf Nachfrage. Als erfahrene Mediatoren (BM) stehen wir auch für Konfliktlösungen zur Verfügung.

Im Münchner Umland hat sich schon im März der Landkreis Ebersberg des Themas angenommen und bietet Zuschüsse für Supervision an. Auch in Fürstenfeldbruck, Dachau und Freising bekommen die Helfer auf ähnliche Weise Unterstützung (2). Weitere Angebote (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) finden sich in Konstanz am Bodensee, an der Evangelischen Akademie im Saarland, von der Diakonie Lahn-Dill oder in Hamburg.

 

 

Quellen:

(1) in: Anzeiger für Burgdorf, Lehrte und Sehnde, Lokalzeitung der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und Neuen Presse, 16.12.2015, Seite 4

(2) Vgl. Barbara Mooser, Supervision für die Helfer, in: Süddeutsche Zeitung, 24. März 2015

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