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“Eine einzigartige Organisation verstehen – Supervision und Coaching im Jobcenter” (DGSv-Fachtagung in Kassel)

Die Deutsche Gesellschaft für Supervision (DGSv) hatte nach Kassel eingeladen, um sich näher mit Beratungsbedarfen von Beschäftigten in Jobcentern zu beschäftigen. Denn viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jobcenter stehen unter einem enormen Arbeitsdruck: Sie sollen ihre Kundinnen und Kunden nach dem Prinzip Fördern und Fordern umfassend beraten, deren vielschichtigen Problemlagen methodisch erfassen und in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Behörden eine möglichst rasche Integration in Arbeit erreichen. Das setzt neben komplexen Fachkenntnissen eine hohe beraterische Kompetenz, einen wertschätzenden Umgang mit den Kundinnen und Kunden und eine an Wirtschaftlichkeits- und Wirksamkeitskriterien orientierte Vorgehensweise voraus. Um diese Anforderungen zu erfüllen, benötigen die Vermittlungskräfte neben ihrer Fachkompetenz die Fähigkeit zur Selbsteinschätzung und ein sicheres Selbstmanagement im Umgang mit äußeren Anforderungen und eigenen Ressourcen.

Welche unterstützende Rolle Supervision, Organisationsberatung und Coaching in diesem Zusammenhang leisten können, hat die DGSv in einer Fachinformation übersichtlich und fundiert zusammengefasst. Diese Fachinformation basiert auf einer Studie

von Dr. Monika Müller, Professorin an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit Schwerin. Sie selbst präsentierte eingangs die Ergebnisse der 2013 erstellten Studie „Erfahrungen mit Supervision und Coaching in Jobcentern“ (als pdf hier abrufbar). Deutlich wurde der Beratungsbedarf sowohl im Themenbereich "Führung und Leitung" als auch "Umgang mit Kunden". Sie stellte Supervision auch als kontinuierliche Qualifikation für die Arbeit im Jobcenter dar, die bei der Einübung der Berufsrolle und dem kollegialen Abgleich unterstützt. Dies sei insbesondere vor dem Hintergrund von Personalfluktuation sehr hilfreich. Deshalb böte sicih Fallsupervision vor allem für Kundenbetreuer und -betreuerinnen an. Wünschenswert wäre jedoch ein verstärkter Rückfluss der Supervisionsergebnisse in die Organisationsstruktur hinein, beispielsweise durch regelmäßige Auswertungsgespräche mit der jeweiligen Führungskraft.

Am Nachmittag arbeitete die Fachtagung mit Teilnehmenden aus dem gesamten Bundesgebiet in fünf Workshops, unter anderem: Führungskräfte im Jobcenter. Gabriele Westerwelle und Cris Edgar Schlegel, beide von der Bundesagentur für Arbeit, berichteten aus ihren internen Erfahrungen als leitende Psychologen und Coaches von Führungskräften in Jobcentern. Sie beschrieben die strukturell bedingten und persönlichen Rollenfindungsthemen von Coachees und Supervisandinnen. Dabei nahmen sie unterschiedliche Gewichtungen und Teilthemen der unterschiedlichen Hierarchieebenen in den Blick. Im Austausch mit den Workshopteilnehmerinnen entstand ein gutes Bild zu den Herausforderungen und Problemen von Führungsarbeit im Jobcenter.

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