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"Supervisor and Coaches are the Modern Nomads?" (EASC-Jubiläumskongress)

Im Rahmen des Jubiläumskongresses der European Association for Supervision and Coaching (EASC) in Hannover hat Volker Walpuski einen Workshop angeboten. Die Tagung stand unter dem Titel "Supervisor and Coaches are the Modern Nomads? - Sicheres Geleit durch die komplexe und moderne Arbeitswelt." Volker Walpuski stellte dort seine bereits in Teilen publizierten Forschungsergebnisse zur ständigen Erreichbarkeit und deren Auswirkungen auf den Arbeitsalltag und die Mitarbeitergesundheit zur Diskussion. Aus Beratersicht obliegt es immer stärker dem Individuum, sich abzugrenzen und Entscheidungen über die eigene Erreichbarkeit zu treffen. Gleichzeitig fällt dies aus unterschiedlichen Gründen sehr schwer. Schon im Eröffnungsvortrag von

Susanne Rieger aus Barcelona wurde schnell die Beziehung zwischen modernem Nomadismus in einer immer komplexeren Arbeitswelt und der Digitalisierung hergestellt. Die anschließende Diskussion in Kleingruppen führte zu unterschiedlichen weiteren Gedanken, wiederholt jedoch zu den Aspekten Stabilität, Sicherheit und Orientierung. So wurde unter anderem die Rolle der Digitalisierung und von Ubiqitous Computing diskutiert. Dabei entstand die Fragestellung, ob das simultane Kommunikations-Overlay, das durch Ubiquitous Computing entsteht, die Sicherheit und Stabilität schafft, die moderne Nomaden erst ermöglicht.

Nach dem Mittagessen folgten dann parallel sechs Workshops. Einen davon gestaltete Volker Walpuski zur Thematik der ständigen Erreichbarkeit in englischer Sprache. Für Coaches und Supervisoren ist die Thematik unter anderem in der Beratung in Zusammenhängen von Burn-out, Überlastung, Stress, Work-life-balance und ähnlichen Themenfeldern relevant. Das wurde den Teilnehmern anhand eines Prozessschemas von Mikroentscheidungen (array of microdecision) visualisiert (vgl. Walpuski, Supervision, 2013). Dabei wurde deutlich, welche Grundlast das Gehirn dabei ausfüllt und ermüdet. Im Folgenden ging es dann um psychologische und soziale Wirkfaktoren, die bewusst und unbewusst zur intensiven Nutzung des Mediums führen.

In einer Abendsequenz fanden parallel drei Vorträge statt. Dr. Beate Fietze stellte Forschungsergebnisse zu "Prozessen der Differenzierung im Feld reflexiver Beratung: Zur (Selbst-)Unterscheidung von Coaching und Supervision" vor. Mit Blick auf deutsche Quellen schlug sie (hier verkürzt dargestellt) eine Unterscheidung in Supervision als beziehungsorientierte Beratung und Coaching als Beratung für die Selbststeuerung vor.

Der Abend stand unter dem Zeichen des Dankes und der Jubiläumsfeier. Er begann mit einem Dank an die Referenten: Alle erhielten ein Coachingspiel Biopolis. Anschließend gab es Grußworte anderer Verbände und Rückblicke, und schließlich begann das Fest mit Tanz und Musik.

Insgesamt war der Jubiläumskongress, mit dem die EASC ihr 20-jähriges Bestehen feierte, lohnenswert. Rund 80 Teilnehmende aus Deutschland, Spanien und der Tschechischen Republik diskutierten engagiert die Vorträge und in Workshops. Die EASC hat Mitglieder in zehn Ländern Europas. Sie wurde 1994 in Hannover gegründet und kooperiert unter anderem mit der Deutschen Gesellschaft für Supervision (DGSv).

Das detaillierte Programm des Fachkongresses finden Sie hier.

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