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Streitschlichterausbildung an der Schule

Erstmals Kooperation von Kirchenkreisjugenddienst und Hauptschule

Bereits seit mehreren Jahren werden „Streitschlichter“ an der Gerhart-Hauptmann-Hauptschule ausgebildet. Jetzt erhielten sechs Mädchen und zwei Jungen im Alter von 13 bis 15 Jahren ihre Zertifikate.

Springe. Erstmals wurde im vergangenen Schulhalbjahr eine Arbeitsgemeinschaft (AG) angeboten, die gemeinsam von Schulsozialarbeiterin Elke B. und Volker Walpuski, Diakon im Kreisjugenddienst Laatzen-Springe, geleitet wurde. Beide sind gleichzeitig auch Mediatoren. Ein Halbjahr lang trafen sich die Siebt- und Achtklässler für zwei Unterrichtsstunden pro Woche im Nachmittagsbereich der Ganztagsschule freiwillig. Im neuen Schuljahr komplettieren sie das Konfliktschlichterteam. Jeweils zu zweit sind sie dann Ansprechpartner für eine Klasse. Sie werden in Pausen zu Rate gezogen oder im akuten Konflikt, der in der Klasse zu sehr ablenkt, direkt hinzugerufen.

In der AG haben sie die „Spielregeln“ für ein erfolgreiches Streitschlichten gelernt. „Wir setzen uns an einen Tisch und begrüßen uns mit Namen. Jeder der Beteiligten erzählt, wie es zum Streit kam. Dann versuchen wir, Lösungsvorschläge zu machen. Wenn das nicht hilft, gibt es eine Pause und noch einen Versuch“, beschreibt Janina S. den Ablauf.

Die Konfliktschlichter achten darauf, dass die Regeln eingehalten werden. Die lauten unter anderem „den anderen ausreden lassen“, „nicht beleidigen“ und „von sich selbst und seinen Gefühlen sprechen“. Wichtig ist, dass das Besprochene nicht weitererzählt wird. In Rollenspielen wurde der Ernstfall geübt. Nach einer zaghaften „Auftauphase“ gelangen diese, auch wenn sich ein „richtiger“ Streit mit kräftigen Schimpfwörtern nicht einstellen wollte, erinnert sich Kreisjugendwart Walpuski.

Maike B. hat als Fünftklässlerin selbst erlebt, wie ein Streitschlichter wirken kann und wollte nun diese Aufgabe übernehmen. Wie die anderen auch, hat sie dieses Angebot aus einer Fülle anderer, vor allem sportlicher Aktivitäten ausgewählt.

Erstmals fand die AG als Kooperation von Evangelischer Jugend und Schule statt. Den Impuls gab die letzte Visitation im Kirchenkreis. Ob es eine Neuauflage oder andere Projekte gibt, sei noch offen, sagt Diakon Volker Walpuski. Die Zusammenarbeit zwischen Jugendarbeit und Schule liege aber im Interesse der kirchlichen Jugendarbeit, „die würde ich gern fortführen“. Dafür seien aber andere Räume nötig. Denn in Schulräumen hätte er schnell den Stempel „Lehrer“ erhalten. Dies habe er als hinderlich empfunden, weil er bewusst andere Akzente setzen möchte. Ein dickes Lob machte er den AG-Teilnehmern: „Das sind tolle Jugendliche hier an der Hauptschule.“

Copyright: Sabine Freitag für die Evangelische Zeitung

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